Warum Familien-Fotografie so wichtig ist | Lifestyle Fotografin Stuttgart

Erst neulich habe ich mich mit einer Freundin über Fotografie unterhalten. Sie erzählte mir, dass ihr Mann nicht so gerne fotografiert wird, geschweige denn Fotos aufhängt oder aufstellt. Seine Erklärung ist ganz einfach. Er sagt er sei schließlich noch hier, also warum sollte er Fotos aufhängen. Außerdem fühlt er sich vor der Kamera sehr unwohl. Ich finde seine Ansicht interessant und wir haben uns lange darüber unterhalten. Nach wie vor empfinde ich Fotografie – besonders Familien Fotografie – für eine der wichtigsten und effektivsten Möglichkeiten unser Leben zu dokumentieren. Hier ein paar Gedanken dazu:

Unsere Babys wachsen so schnell

Es fühlt sich an als wäre es erst gestern gewesen, als ich mit unserer ersten Tochter schwanger wurde. Was für eine aufregende Zeit das war! Und dann kam sie auf die Welt. Ein wunderschönes, kleines Mädchen. Ich werde nie das Gefühl vergessen, als ich sie zum ersten mal in meinen Armen gehalten habe. Ich konnte kaum fassen, wie perfekt sie war. Das erste Jahr war so intensiv. Damals lebten wir noch in Mexiko und da ich in Elternzeit war, konnte ich mich komplett auf sie fokussieren. Ich dachte, ich würde nie all die Details vergessen, ihre winzigen Hände, ihre zarten Wimpern, die kleinen Zehen und ihr einzigartiges Lächeln. Was kann ich sagen, mittlerweile ist sie 9 Jahre alt und hat gerade den kompletten Harry Potter Band fertiggelesen. Ja, natürlich erinnere ich mich an vieles. Aber würde ich mich an all die Details erinnern hätte ich keine Fotos von ihr? Ich weiß es nicht. Außerdem liebt SIE es ihre Babyfotos anzusehen – besonders die, auf welchen auch mein Mann, unser Hund und ich abgebildet sind.

Was ich mir wünsche, woran sich unsere Kinder einmal erinnern wenn sie sich unsere Fotos ansehen

Ich möchte gerne Erinnerungen an meine Kinder weiterreichen. Erinnerungen wer wir heute sind. Diese Familie mit zwei lustigen und frechen kleinen Mädchen, deren Eltern gerne mit ihnen rumalbern. Deren Eltern noch (mehr oder weniger) jung und cool sind. Aber auch an eine Familie, die gerne kuschelt und einen engen Zusammenhalt hat. Ich möchte, dass sie nie vergessen, was für eine einzigartige Beziehung wir haben und wie sehr wir sie lieben. Ich wünsche mir, dass sie unsere Fotos eines Tages ihren Kindern und Enkelkindern zeigen und sagen: schau, das war ich mit meiner Familie als ich so alt war wie Du!

Wir Eltern waren auch da!

Ja, ich weiß. Ich habe bereits in meinem letzten Blog-Post darüber geschrieben. Aber ich muss es einfach nochmal erwähnen: Wir Eltern sind auch Teil der Familie. Wenn wir nur das Leben unserer Kinder dokumentieren – so ganz ohne uns, aus welchem Grund auch immer – tun wir so als gäbe es uns nicht. Ich bin mir sicher, dass das von niemandem die Intention ist. Aber letztendlich werden sich unsere Kids eines Tages die Fotos ansehen und traurig darüber sein, dass sie nur so wenige von ihren Eltern haben. Und das denke ich mir jetzt nicht nur so aus. Ich habe einige Freunde die schon ein Elternteil verloren haben. Die meisten haben nicht viele Fotos auf welchen sie gemeinsam mit ihren Eltern abgebildet sind.

Das Leben verändert sich ständig

Seit meiner Kindheit habe ich mein Leben mit der Kamera dokumentiert. Und ich kann Dir gar nicht sagen, wie froh ich darüber bin. Insbesondere in den letzten 12 Jahren. Wir sind mehrfach umgezogen, wurden als Familie immer größer – und haben bedauerlicherweise letztes Jahr ein Familienmitglied, unseren Golden Retriever, verloren. Er war unser erstes Baby. Wir bekamen ihn in Mexiko und er zog ein paar Jahre später mit uns nach Ungarn. Unsere Töchter bezeichneten ihn als ihren großen Bruder. Er war so eine gute Seele. Er brachte uns immer zum Lachen, hat mit uns gesungen (wirklich!) und machte uns einfach glücklich. Wir hatten immer das Gefühl er würde für immer bei uns bleiben. Doch dann, kurz vor unserem Umzug nach Deutschland, wurde bei ihm Krebs festgestellt. Es war solch ein Schock für uns. Während ich diese Zeilen schreibe, kommen mir wieder die Tränen. Wir hatten auf ein Wunder gehofft. Doch leider vergebens. Wir waren am Boden zerstört und obwohl uns so gar nicht nach Fotos war, beschloss ich eine Freundin zu fragen eine Session mit uns zu machen. Die Mädchen suchten ihre Lieblingskleider aus dem Schrank, ich lies mir ein professionelles Make-Up machen, um meine verheulten Augen zu überschminken und wir sind alle zusammen ein letztes mal zu unserem Lieblingspark in Budapest gegangen.
Ich bin so unendlich dankbar, dass wir diese Fotos von uns 5 haben!

 

Zum Abschluss möchte ich hier gerne ein paar Fotos einer wunderschönen Familie mit Euch teilen.